In der christ­li­chen Gemein­schaft begeg­nen wir Men­schen unter­schied­lichs­ter Prä­gung, und es wäre naiv zu glau­ben, dass alle, die sich Chris­ten nen­nen, auch tat­säch­lich die Frucht des Geis­tes in ihrem Leben tra­gen. Jesus selbst hat uns ein­dring­lich vor fal­schen Brü­dern gewarnt und uns gelehrt, Men­schen an ihren Früch­ten zu erken­nen. Die Rea­li­tät zeigt, dass es auch inner­halb der Gemein­de Jesu Chris­ti Per­so­nen geben kann, deren Ver­hal­ten toxisch, zer­stö­re­risch und letzt­lich sünd­haft ist. Die­se Ein­sicht ist unbe­quem, aber not­wen­dig. Nur wenn wir die Mög­lich­keit geist­li­chen Miss­brauchs und unhei­li­gen Ver­hal­tens ernst neh­men und erken­nen, kön­nen wir die Rein­heit und Gesund­heit der Gemein­de schüt­zen – und uns selbst vor Scha­den bewah­ren.

Wenn wir von toxi­schen Men­schen spre­chen, mei­nen wir jene, die durch ihr Ver­hal­ten ande­ren dau­er­haft scha­den, die Unfrie­den säen, die stän­dig kla­gen und jam­mern, ohne Ver­ant­wor­tung für ihr eige­nes Leben zu über­neh­men, die mani­pu­lie­ren, kon­trol­lie­ren und ande­re emo­tio­nal aus­sau­gen. Sol­ches Ver­hal­ten ist nicht nur psy­cho­lo­gisch pro­ble­ma­tisch, son­dern aus bibli­scher Sicht kla­re Sün­de. Pau­lus ermahnt uns in sei­nem Brief an die Phil­ip­per: “Tut alles ohne Mur­ren und ohne Zwei­fel” (Phil­ip­per 2,14). Wer also stän­dig murrt, klagt und ande­re mit sei­ner nega­ti­ven Hal­tung her­un­ter­zieht, han­delt gegen das kla­re Wort Got­tes. Die­se Art von Ver­hal­ten ver­gif­tet nicht nur die eige­ne See­le, son­dern auch die Atmo­sphä­re in der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen.

Die Bibel gibt uns kla­re und zugleich ver­ant­wor­tungs­vol­le Anwei­sun­gen, wie wir mit Men­schen umge­hen sol­len, deren Ver­hal­ten der Gemein­de scha­det. Jesus lehrt in Mat­thä­us 18, dass ein Bru­der, der sün­digt, zunächst unter vier Augen ermahnt wer­den soll. Hört er nicht, sol­len ein oder zwei Zeu­gen hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Bleibt auch dann kei­ne Umkehr, soll die Sache der Gemein­de vor­ge­legt wer­den. Und wenn selbst die Gemein­de nicht gehört wird, „sei er für dich wie ein Hei­de und Zöll­ner“ (Mat­thä­us 18,17). Die­se Wor­te sind nicht hart oder lieb­los, son­dern Aus­druck ech­ter Lie­be, denn wah­re Lie­be sucht sowohl den Schutz der Gemein­de als auch die mög­li­che Wie­der­her­stel­lung des Feh­len­den.

Auch Pau­lus bestä­tigt die­ses Prin­zip, wenn er schreibt: „Wisst ihr nicht, dass  ein wenig Sau­er­teig den gan­zen Teig durch­säu­ert?” (1. Korin­ther 5,6b). Sün­de, die unge­hin­dert bleibt, zer­stört nicht nur den Ein­zel­nen, son­dern die gan­ze Gemein­schaft. Des­halb ist geist­li­che Zucht kein Akt der Här­te, son­dern ein Dienst der Lie­be. Diet­rich Bon­hoef­fer bringt die­sen Gedan­ken ein­drück­lich auf den Punkt: „Bil­li­ge Gna­de ist der Tod­feind unse­rer Kir­che. Teu­re Gna­de ist die Gna­de, die ins Leben ruft, die Nach­fol­ge for­dert.“ Die­se Wor­te erin­nern uns dar­an, dass wah­re Gna­de nie­mals Gleich­gül­tig­keit gegen­über Sün­de bedeu­tet, son­dern den Ruf zur Umkehr und zur Hei­li­gung.

Doch gera­de heu­te wird Gemein­de­zucht in vie­len Kir­chen und Gemein­schaf­ten kaum noch prak­ti­ziert; oft aus falsch ver­stan­de­ner Tole­ranz oder aus Angst, jeman­den zu ver­let­zen. Man scheut die kla­re Kon­fron­ta­ti­on mit Sün­de, weil man Har­mo­nie bewah­ren möch­te oder weil man die Kon­se­quen­zen fürch­tet. Doch hin­ter die­ser ver­meint­li­chen „Tole­ranz“ ver­birgt sich nicht sel­ten eine stil­le Lie­be zur Bequem­lich­keitund manch­mal sogar eine unbe­wuss­te Dul­dung der Sün­de. Wenn Gemein­den aus Angst vor Kon­flik­ten schwei­gen, ver­lie­ren sie ihre geist­li­che Klar­heit und ihre pro­phe­ti­sche Stim­me. Die Hei­li­ge Schrift zeigt uns jedoch, dass wah­re Lie­be nicht dar­in besteht, Sün­de zu über­se­hen, son­dern dar­in, den Bru­der oder die Schwes­ter zur Wahr­heit zurück­zu­füh­ren. Eine Gemein­de, die Gemein­de­zucht ver­mei­det, schützt nicht den Sün­der, son­dern über­lässt ihn sich selbst und gefähr­det zugleich die geist­li­che Gesund­heit der gan­zen Gemein­schaft.

Es ist wich­tig zu ver­ste­hen, dass nicht jeder schwie­ri­ge Mensch auto­ma­tisch toxisch ist. Men­schen durch­le­ben Kri­sen, haben schwa­che Momen­te und kön­nen vor­über­ge­hend belas­tend sein. Ein toxi­scher Mensch jedoch zeigt ein durch­ge­hen­des Mus­ter von zer­stö­re­ri­schem Ver­hal­ten, wei­gert sich, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, zeigt kei­ne ech­te Buße und Umkehr, obwohl er wie­der­holt ermahnt wur­de. Der Unter­schied liegt in der Hal­tung des Her­zens. Ein ech­ter Christ wird, wenn er auf sei­ne Sün­de hin­ge­wie­sen wird, Buße tun und Ver­än­de­rung anstre­ben. Ein toxi­scher Mensch hin­ge­gen recht­fer­tigt sich, ver­dreht die Wahr­heit, gibt ande­ren die Schuld und setzt sein destruk­ti­ves Ver­hal­ten fort.

Die Hei­li­ge Schrift warnt uns ein­dring­lich vor sol­chen Men­schen. Pau­lus schreibt an Titus: “Einen ket­ze­ri­schen Men­schen mei­de, wenn er ein­mal und noch ein­mal ermahnt ist, und wis­se, dass ein sol­cher ganz ver­kehrt ist und sün­digt und sich selbst damit das Urteil spricht” (Titus 3,10–11). Hier wird deut­lich, dass es einen Punkt gibt, an dem wir uns von Men­schen tren­nen müs­sen, die beharr­lich in ihrer Sün­de ver­har­ren und die Gemein­schaft ver­gif­ten. Die­se Tren­nung ist kein Akt der Lieb­lo­sig­keit, son­dern ein Akt der Lie­be zur Wahr­heit, zur Gemein­de und letzt­lich auch zu dem Betrof­fe­nen selbst, denn manch­mal ist es gera­de die erns­te Kon­se­quenz, die einen Men­schen zur Besin­nung brin­gen kann.

In sei­nem ers­ten Brief an die Korin­ther geht Pau­lus noch deut­li­cher vor. Er schreibt: “Ich habe euch in dem Brief geschrie­ben, dass ihr nichts zu schaf­fen haben sollt mit den Unzüch­ti­gen. Damit mei­ne ich nicht all­ge­mein die Unzüch­ti­gen in die­ser Welt oder die Gei­zi­gen oder Räu­ber oder Göt­zen­die­ner; sonst müss­tet ihr ja die Welt räu­men. Viel­mehr habe ich euch geschrie­ben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaf­fen haben, der sich Bru­der nen­nen lässt und ist ein Unzüch­ti­ger oder ein Gei­zi­ger oder ein Göt­zen­die­ner oder ein Läs­te­rer oder ein Trun­ken­bold oder ein Räu­ber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen” (1. Korin­ther 5,9–11). Die­se Wor­te sind hart, aber sie sind not­wen­dig. Pau­lus macht deut­lich, dass es einen Unter­schied gibt zwi­schen Ungläu­bi­gen, die sich ent­spre­chend ver­hal­ten, und sol­chen, die sich Chris­ten nen­nen, aber beharr­lich in schwe­rer Sün­de leben.

Heu­te hört man oft den Satz: „Du darfst nie­man­den aus­gren­zen, nie­man­den ver­ur­tei­len – Gott ist doch die Lie­be.“ Doch die­se Argu­men­ta­ti­on ver­kennt, was die Lie­be Got­tes wirk­lich bedeu­tet. Bibli­sche Lie­be ist nie­mals Gleich­gül­tig­keit gegen­über Sün­de. Sie ist auch nicht die Wei­ge­rung, Wahr­heit zu benen­nen. Wenn Gemein­den jede Form von Ermah­nung oder geist­li­cher Kor­rek­tur ableh­nen, weil sie „lie­be­voll“ erschei­nen wol­len, dann ver­wech­seln sie Got­tes Lie­be mit mensch­li­cher Sen­ti­men­ta­li­tät. Die Hei­li­ge Schrift zeigt uns, dass Got­tes Lie­be hei­lig ist – eine Lie­be, die ret­tet, rei­nigt, zurecht­bringt und erneu­ert. Wer aus Angst vor „Aus­gren­zung“ jede Form von Gemein­de­zucht ablehnt, stellt letzt­lich mensch­li­che Gefüh­le über Got­tes Wort. Wah­re Lie­be sucht nicht die Bequem­lich­keit, son­dern das Heil des Bru­ders und die Rein­heit der Gemein­de.

Toxi­sches Ver­hal­ten hat vie­le Gesich­ter in der Gemein­de. Da ist der Mensch, der stän­dig über ande­re redet, Gerüch­te ver­brei­tet und Zwie­tracht sät. Die Bibel sagt: “Ver­kehr­te Leu­te rich­ten Zank an, und ein Ver­leum­der macht Freun­de uneins” (Sprü­che 16,28). Da ist der Mani­pu­la­tor, der ande­re durch Schuld­ge­füh­le und emo­tio­na­le Erpres­sung kon­trol­liert. Da ist der Nar­zisst, der alles auf sich bezieht, kei­ne Kri­tik anneh­men kann und ande­re nur als Mit­tel zum Zweck sieht. Da ist der chro­nisch Nega­ti­ve, der jede Freu­de erstickt, jede Initia­ti­ve kri­ti­siert und die Atmo­sphä­re ver­gif­tet. All die­se Ver­hal­tens­wei­sen sind Aus­druck eines Her­zens, das nicht vom Geist Got­tes regiert wird, son­dern von fleisch­li­chen, selbst­süch­ti­gen Moti­ven.

Die Fra­ge, wie wir toxi­sche Men­schen von ech­ten Chris­ten unter­schei­den kön­nen, beant­wor­tet Jesus selbst sehr klar: “An ihren Früch­ten sollt ihr sie erken­nen. Kann man auch Trau­ben lesen von den Dor­nen oder Fei­gen von den Dis­teln? So bringt jeder gute Baum gute Früch­te, aber der fau­le Baum bringt schlech­te Früch­te” (Mat­thä­us 7,16–17). Die Früch­te des Geis­tes, wie Pau­lus sie in Gala­ter 5,22–23 beschreibt, sind Lie­be, Freu­de, Frie­de, Geduld, Freund­lich­keit, Güte, Treue, Sanft­mut und Selbst­be­herr­schung. Ein Mensch, der die­se Früch­te nicht zeigt, son­dern statt­des­sen die Wer­ke des Flei­sches offen­bart, näm­lich Feind­schaft, Streit, Eifer­sucht, Zorn, Ehr­geiz, Zwie­tracht, Spal­tun­gen und ähn­li­ches, von dem soll­ten wir uns distan­zie­ren.

Und das gilt selbst dann, wenn jemand sich aus­drück­lich als Christ bezeich­net. Ein blo­ßes Bekennt­nis, eine reli­giö­se Spra­che oder die Zuge­hö­rig­keit zu einer Gemein­de sind kein Beweis für geist­li­che Echt­heit. Jesus selbst sagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Him­mel­reich kom­men“ (Mat­thä­us 7,21). Ent­schei­dend ist nicht der Titel „Christ“, son­dern das Leben, das aus der Ver­bin­dung mit Chris­tus her­vor­geht. Wenn jemand dau­er­haft und ohne Umkehr­be­reit­schaft die Wer­ke des Flei­sches her­vor­bringt, wäh­rend die Früch­te des Geis­tes feh­len, dann ist Vor­sicht gebo­ten. Ein sol­ches Leben wider­spricht dem Wesen Chris­ti – und die Hei­li­ge Schrift ruft uns dazu auf, uns von sol­chen Men­schen zu distan­zie­ren, um sowohl die Gemein­de zu schüt­zen als auch die eige­ne See­le zu bewah­ren.

Es ist wich­tig zu beto­nen, dass die­se Distan­zie­rung nicht aus Hoch­mut oder Selbst­ge­rech­tig­keit gesche­hen darf. Wir alle sind Sün­der und auf die Gna­de Got­tes ange­wie­sen. Der Unter­schied liegt in der Bereit­schaft zur Buße und zur Ver­än­de­rung. Ein Christ, der sün­digt, aber sei­ne Sün­de erkennt, bekennt und Hil­fe sucht, ist kein toxi­scher Mensch, son­dern ein Bru­der oder eine Schwes­ter, die unse­re Unter­stüt­zung braucht. Ein toxi­scher Mensch hin­ge­gen erkennt sei­ne Sün­de nicht an, lehnt Ermah­nung ab und setzt sein zer­stö­re­ri­sches Ver­hal­ten fort.

Die Gemein­de­zucht, von der die Bibel spricht, ist heu­te lei­der oft ein ver­nach­läs­sig­tes The­ma. Aus falsch ver­stan­de­ner Tole­ranz und Lie­be scheu­en sich vie­le Gemein­den, kla­re Gren­zen zu zie­hen und Men­schen, die beharr­lich sün­di­gen und die Gemein­schaft schä­di­gen, zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen oder not­falls aus­zu­schlie­ßen. Doch die­se fal­sche Tole­ranz ist kei­ne Lie­be, son­dern Feig­heit, und sie scha­det sowohl der Gemein­de als auch dem Betrof­fe­nen. Wenn wir zulas­sen, dass toxi­sches Ver­hal­ten unge­hin­dert wei­ter­geht, ver­mit­teln wir den Ein­druck, dass Sün­de belang­los sei und kei­ner­lei Fol­gen habe.

Charles Spur­ge­on warn­te einst: “Eine Gemein­de, die kei­ne Gemein­de­zucht übt, ist wie ein Haus ohne Türen und Fens­ter.” Die Rein­heit der Gemein­de ist nicht unwich­tig, son­dern von größ­ter Bedeu­tung für ihr Zeug­nis in der Welt und für das geist­li­che Wachs­tum ihrer Glie­der. Wenn wir zulas­sen, dass Men­schen, die sich Chris­ten nen­nen, aber beharr­lich in Sün­de leben, Teil der Gemein­schaft blei­ben, ohne dass es Kon­se­quen­zen gibt, dann ver­lie­ren wir unse­re Glaub­wür­dig­keit und öff­nen der Ver­füh­rung Tür und Tor.

Gleich­zei­tig müs­sen wir auf­pas­sen, dass wir nicht zu schnell urtei­len und nicht vor­ei­lig Men­schen abstem­peln. Die Unter­schei­dung zwi­schen einem Men­schen in einer schwie­ri­gen Pha­se und einem wirk­lich toxi­schen Men­schen erfor­dert Weis­heit, Geduld und Gebet. Jako­bus schreibt: “Wenn aber jeman­dem unter euch Weis­heit man­gelt, so bit­te er Gott, der allen ger­ne gibt und ohne Vor­wurf, so wird sie ihm gege­ben wer­den” (Jako­bus 1,5). Wir brau­chen gött­li­che Weis­heit, um rich­tig zu erken­nen und rich­tig zu han­deln.

In der prak­ti­schen Umset­zung bedeu­tet dies, dass wir zunächst das per­sön­li­che Gespräch suchen soll­ten, wenn uns ein Ver­hal­ten stört oder wenn wir sehen, dass jemand der Gemein­schaft scha­det. Die­ses Gespräch soll­te in Lie­be und mit dem auf­rich­ti­gen Wunsch nach Ver­söh­nung und Wie­der­her­stel­lung geführt wer­den. Wenn der Betrof­fe­ne sein Fehl­ver­hal­ten ein­sieht und bereit ist zur Ver­än­de­rung, dann soll­ten wir ihn unter­stüt­zen und beglei­ten. Wenn er jedoch abwei­send reagiert, die Wahr­heit ver­dreht und kei­ne Ein­sicht zeigt, dann müs­sen wei­te­re Schrit­te fol­gen, wie Jesus sie in Mat­thä­us 18 beschrie­ben hat.

Es ist auch wich­tig zu ver­ste­hen, dass die Tren­nung von toxi­schen Men­schen nicht bedeu­tet, dass wir sie has­sen oder ihnen Böses wün­schen. Im Gegen­teil, wir soll­ten wei­ter­hin für sie beten und hof­fen, dass sie zur Umkehr fin­den. Doch wir müs­sen kla­re Gren­zen set­zen und uns selbst und ande­re vor wei­te­rem Scha­den schüt­zen. Pau­lus schreibt: “Dar­um geht aus von ihnen und son­dert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unrei­nes an, so will ich euch anneh­men” (2. Korin­ther 6,17). Die­se Abson­de­rung dient nicht der Iso­la­ti­on, son­dern der Bewah­rung der Hei­lig­keit.

In der heu­ti­gen Zeit, in der psy­cho­lo­gi­sche Kon­zep­te wie Nar­ziss­mus, emo­tio­na­le Mani­pu­la­ti­on und toxi­sches Ver­hal­ten bes­ser ver­stan­den wer­den, haben wir zusätz­li­che Werk­zeu­ge, um pro­ble­ma­ti­sches Ver­hal­ten zu erken­nen. Dies kann hilf­reich sein, darf aber nie­mals die bibli­sche Per­spek­ti­ve erset­zen. Am Ende geht es nicht pri­mär um psy­cho­lo­gi­sche Kate­go­rien, son­dern um die Fra­ge der Sün­de und der Hei­li­gung. Ein Ver­hal­ten mag psy­cho­lo­gisch als toxisch bezeich­net wer­den, biblisch ist es Sün­de, und Sün­de braucht Erlö­sung durch Jesus Chris­tus.

Die Ermah­nung, die die Bibel uns auf­trägt, soll­te immer in einem Geist der Sanft­mut gesche­hen. Pau­lus schreibt an die Gala­ter: “Lie­be Brü­der, wenn ein Mensch etwa von einer Ver­feh­lung ereilt wird, so helft ihm wie­der zurecht mit sanft­mü­ti­gem Geist, ihr, die ihr geist­lich seid, und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch ver­sucht wer­dest” (Gala­ter 6,1). Die­se Ermah­nung setzt vor­aus, dass wir selbst geist­lich sind, also im Ein­klang mit Got­tes Wil­len leben und uns unse­rer eige­nen Schwach­heit bewusst sind. Wer ande­re ermahnt, muss selbst bereit sein, Ermah­nung anzu­neh­men.

Abschlie­ßend lässt sich sagen, dass der Umgang mit toxi­schen Men­schen in der Gemein­de eine der schwie­rigs­ten Auf­ga­ben ist, die wir als Chris­ten haben. Es erfor­dert Mut, Weis­heit, Lie­be und gleich­zei­tig Klar­heit und Kon­se­quenz. Wir dür­fen nicht aus fal­scher Tole­ranz die Augen ver­schlie­ßen vor zer­stö­re­ri­schem Ver­hal­ten, aber wir dür­fen auch nicht lieb­los und hoch­mü­tig rich­ten. Der schma­le Weg liegt dar­in, die Wahr­heit in Lie­be zu sagen, kla­re Gren­zen zu set­zen und gleich­zei­tig die Tür zur Umkehr offen zu hal­ten. Jesus selbst ist unser Vor­bild: Er war vol­ler Gna­de und Wahr­heit, er lieb­te die Sün­der und rief sie zur Umkehr, aber er scheu­te sich nicht, deut­li­che Wor­te zu spre­chen und fal­sche Leh­rer zu ent­lar­ven. Möge Gott uns die Weis­heit und den Mut geben, eben­so zu han­deln, zum Schutz sei­ner Gemein­de und zur Ehre sei­nes Namens.

bbeck­blog­ger

Ähn­li­che Bei­trä­ge