Mar­kus 1,17: “Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Men­schen­fi­schern machen!”

Die Wor­te Jesu aus Mar­kus 1,17 sind von einer Direkt­heit geprägt, die bis heu­te nichts von ihrer Wirk­kraft ver­lo­ren hat. “Folgt mir nach; ich will euch zu Men­schen­fi­schern machen!” Mit die­sem Ruf beginnt eine Geschich­te, die das Leben ein­fa­cher Fischer grund­le­gend ver­än­der­te und zugleich ein Prin­zip offen­bart, das für jeden gilt, der sich auf den Weg mit Jesus ein­lässt. Die­se Beru­fung ist kei­ne blo­ße Ein­la­dung zu einem gemüt­li­chen Spa­zier­gang am See Gene­za­reth, son­dern eine Auf­for­de­rung zu einer radi­ka­len Neu­aus­rich­tung des gesam­ten Lebens. Jesus spricht zu Simon und Andre­as, zwei Män­nern, die ihr Hand­werk ver­ste­hen, die wis­sen, wie man Net­ze aus­wirft und Fische fängt. Sie ken­nen die Mühen der Nacht, die Ent­täu­schung lee­rer Net­ze und die Freu­de eines rei­chen Fangs. Doch nun for­dert Jesus sie auf, die­se ver­trau­te Welt hin­ter sich zu las­sen und sich auf ein Aben­teu­er ein­zu­las­sen, des­sen Aus­gang sie nicht ken­nen kön­nen.

Die Meta­pher des Men­schen­fi­schers ist bewusst gewählt und trägt meh­re­re Bedeu­tungs­ebe­nen in sich. Auf der einen Sei­te greift Jesus damit die Lebens­welt sei­ner ers­ten Jün­ger auf und macht ihnen deut­lich, dass ihre bis­he­ri­gen Fähig­kei­ten nicht wert­los wer­den, son­dern eine neue Aus­rich­tung erhal­ten.

Ein Fischer weiß, dass nicht jeder Wurf erfolg­reich ist, dass manch­mal die Net­ze leer blei­ben und dass es Zei­ten gibt, in denen man gegen Wind und Wel­len ankämp­fen muss. Die­se Erfah­run­gen wer­den zu wert­vol­len Lek­tio­nen für die Arbeit im Reich Got­tes. Zugleich macht Jesus deut­lich, dass es bei die­ser neu­en Auf­ga­be nicht um Zwang oder Mani­pu­la­ti­on geht, son­dern um ein behut­sa­mes Her­an­füh­ren von Men­schen an die Bot­schaft der Erlö­sung. Denn geist­li­che Frucht wächst nicht nach mensch­li­chen Maß­stä­ben, son­dern nach Got­tes Zeit und Got­tes Wir­ken. Oft sehen wir nur den Boden, den wir müh­sam bear­bei­ten; aber nicht den Samen, der im Ver­bor­ge­nen keimt. Manch­mal erle­ben wir Ableh­nung, Gleich­gül­tig­keit oder sogar Wider­stand, und doch ruft Chris­tus uns dazu auf, treu zu blei­ben. Evan­ge­li­sa­ti­on ist kein Sprint, son­dern ein lebens­lan­ger Dienst, der im Gebet beginnt, in Lie­be geschieht und im Ver­trau­en auf Got­tes Kraft wei­ter­geht. Wo wir säen, wirkt er; wo wir treu blei­ben, schenkt er Frucht; manch­mal sicht­bar, oft ver­bor­gen, aber immer getra­gen von sei­ner Ver­hei­ßung.

Die Reak­ti­on der Fischer ist bemer­kens­wert und wird in Mar­kus 1,18 beschrie­ben: “Sogleich ver­lie­ßen sie ihre Net­ze und folg­ten ihm nach.” Kein lan­ges Zögern, kein Abwä­gen der Vor- und Nach­tei­le, kei­ne Bedenk­zeit. Die­se unmit­tel­ba­re Reak­ti­on zeigt, dass in der Begeg­nung mit Jesus etwas geschieht, das über mensch­li­ches Kal­kül hin­aus­geht. Die Auto­ri­tät sei­ner Wor­te, die Aus­strah­lung sei­ner Per­son und die inne­re Gewiss­heit, dass hier jemand spricht, der das Leben selbst in Hän­den hält, bewe­gen die­se Män­ner dazu, alles auf­zu­ge­ben. Die­se Radi­ka­li­tät mag uns heu­te befrem­den, doch sie ent­spricht der Logik des Rei­ches Got­tes, in dem nicht hal­be Sachen gefragt sind, son­dern gan­ze Hin­ga­be.

Lei­der erle­ben wir heu­te oft das Gegen­teil: Statt der ent­schlos­se­nen Hin­ga­be der ers­ten Jün­ger wird abge­wo­gen, ana­ly­siert und dis­ku­tiert. Es wird über Gott und sei­ne Wahr­heit debat­tiert, theo­lo­gi­sche Arbei­ten wer­den ver­fasst, Model­le ent­wi­ckelt, Begrif­fe defi­niert – doch die kon­kre­te Nach­fol­ge bleibt außen vor. Man spricht über Jesus, ohne ihm wirk­lich zu fol­gen; man reflek­tiert über Glau­ben, ohne sich ihm hin­zu­ge­ben. Die Gefahr besteht dar­in, dass wir uns in Gedan­ken, Kon­zep­ten und Dis­kus­sio­nen ver­lie­ren und dabei den Ruf über­hö­ren, der uns wie damals die Fischer erreicht: „Fol­ge mir nach.“ Nach­fol­ge geschieht nicht im Semi­nar­raum, son­dern im Leben; im Gehor­sam, im Ver­trau­en, im Los­las­sen. Wo die­se Bereit­schaft fehlt, bleibt der Glau­be Theo­rie, aber wird nicht zur geleb­ten Wirk­lich­keit.

Diet­rich Bon­hoef­fer hat in sei­nem Werk “Nach­fol­ge” tref­fend for­mu­liert: “Nur der Glau­ben­de ist gehor­sam, und nur der Gehor­sa­me glaubt.” Die­se Wor­te erhel­len das Wesen der Jün­ger­schaft, wie sie in der Beru­fung der ers­ten Jün­ger sicht­bar wird. Der Glau­be ist kein theo­re­ti­sches Kon­strukt, das man in siche­rer Ent­fer­nung betrach­ten kann, son­dern eine Lebens­hal­tung, die sich im kon­kre­ten Han­deln zeigt. Die Fischer hät­ten auch sagen kön­nen, dass sie erst ihre Ver­hält­nis­se ord­nen, ihre Fami­lie ver­sor­gen und dann viel­leicht spä­ter kom­men wür­den. Doch Jesus ruft in die Gegen­wart, nicht in eine unbe­stimm­te Zukunft.

Die Auf­ga­be, Men­schen für das Evan­ge­li­um zu gewin­nen, ist in allen Epo­chen der Kir­chen­ge­schich­te von zen­tra­ler Bedeu­tung gewe­sen. Doch die Art und Wei­se, wie die­se Auf­ga­be ver­stan­den und umge­setzt wur­de, hat sich viel­fach gewan­delt. In man­chen Zei­ten wur­de Mis­si­on mit Zwang und poli­ti­scher Macht ver­bun­den, was dem Geist Jesu fun­da­men­tal wider­spricht. Das Bild des Men­schen­fi­schers lädt nicht zu aggres­si­vem Wer­ben oder mani­pu­la­ti­ven Metho­den ein, son­dern zu einem authen­ti­schen Zeug­nis, das aus der eige­nen Begeg­nung mit Chris­tus erwächst. Men­schen wer­den nicht durch klu­ge Argu­men­te allein über­zeugt, son­dern durch die sicht­ba­re Ver­än­de­rung, die der Glau­be im Leben der Nach­fol­gen­den bewirkt. Pau­lus schreibt in 1. Korin­ther 2,4: “Und mein Wort und mei­ne Pre­digt gescha­hen nicht mit über­re­den­den Wor­ten mensch­li­cher Weis­heit, son­dern in Erwei­sung des Geis­tes und der Kraft.” Die­se Hal­tung bewahrt vor dem Irr­weg, den Glau­ben zu einer Ideo­lo­gie zu machen, die man ande­ren auf­zwin­gen will.

Die Beru­fung zu Men­schen­fi­schern hat auch eine gemein­schaft­li­che Dimen­si­on, die nicht über­se­hen wer­den darf. Jesus ruft nicht ein­zel­ne Hel­den, die im Allein­gang das Reich Got­tes ver­wirk­li­chen sol­len, son­dern er beruft Men­schen in eine Gemein­schaft. Die Jün­ger sind von Anfang an eine Grup­pe, die gemein­sam lernt, irrt, zwei­felt und wächst. In Johan­nes 13,35 sagt Jesus: “Dar­an wird jeder­mann erken­nen, dass ihr mei­ne Jün­ger seid, wenn ihr Lie­be unter­ein­an­der habt.” Die Glaub­wür­dig­keit des christ­li­chen Zeug­nis­ses hängt wesent­lich davon ab, wie die Gemein­schaft der Glau­ben­den mit­ein­an­der umgeht. Eine Kir­che, die nach außen Mis­si­on betreibt, nach innen aber von Streit, Lieb­lo­sig­keit und Macht­spiel geprägt ist, ver­liert ihre Über­zeu­gungs­kraft.

In den sozia­len Medi­en jedoch – beson­ders in christ­li­chen Facebook‑Gruppen – sehen wir lei­der oft das Gegen­teil. Statt Lie­be, Geduld und gegen­sei­ti­ger Ach­tung domi­nie­ren Streit, Spal­tung, Recht­ha­be­rei und ver­let­zen­de Wor­te. Man kämpft um Posi­tio­nen, statt um Her­zen; man ver­tei­digt Mei­nun­gen, statt Chris­tus sicht­bar zu machen. So wird das Evan­ge­li­um ver­dun­kelt, und die Glaub­wür­dig­keit des Zeug­nis­ses lei­det. Wo Chris­ten sich öffent­lich zer­flei­schen, wird die Bot­schaft der Ver­söh­nung unglaub­wür­dig. Gera­de im digi­ta­len Raum, wo Wor­te schnell und anonym wer­den, braucht es umso mehr geist­li­che Rei­fe, Demut und die Bereit­schaft, die Lie­be Chris­ti über das eige­ne Ego zu stel­len. Denn nur eine Gemein­schaft, die im Umgang mit­ein­an­der die Lie­be Jesu wider­spie­gelt, kann in der Welt ein glaub­wür­di­ges Licht sein.

Die Fra­ge, die sich aus Mar­kus 1,17 ergibt, lau­tet für jeden Glau­ben­den: Was bedeu­tet es für mich, ein Men­schen­fi­scher zu sein? Die­se Fra­ge lässt sich nicht pau­schal beant­wor­ten, weil jeder Mensch in einem ande­ren Lebens­kon­text steht und ande­re Gaben und Mög­lich­kei­ten hat. Für den einen mag es bedeu­ten, in fer­nen Län­dern das Evan­ge­li­um zu ver­kün­den, für den ande­ren, im eige­nen Umfeld Zeug­nis zu geben. Für man­che ist es die Arbeit mit Kin­dern und Jugend­li­chen, für ande­re der Dienst an den Armen und Benach­tei­lig­ten. 

Ent­schei­dend ist nicht die Form, son­dern die inne­re Hal­tung, die bereit ist, sich von Jesus in Dienst neh­men zu las­sen. Charles Had­don Spur­ge­on, einer der gro­ßen Pre­di­ger des neun­zehn­ten Jahr­hun­derts, sag­te ein­mal: “Wenn du Jesus nach­folgst, musst du bereit sein, gegen den Strom zu schwim­men.” Die­se Wor­te erin­nern dar­an, dass Nach­fol­ge oft bedeu­tet, sich gegen den Zeit­geist zu stel­len und Wege zu gehen, die nicht der gesell­schaft­li­chen Norm ent­spre­chen.

Die Beru­fung der Fischer zeigt auch, dass Jesus Men­schen nicht wegen ihrer Qua­li­fi­ka­tio­nen oder ihres sozia­len Sta­tus beruft, son­dern weil er in ihnen Poten­zi­al sieht, das ent­wi­ckelt wer­den kann. Simon Petrus, der spä­ter eine zen­tra­le Rol­le in der frü­hen Kir­che spie­len wird, ist zu die­sem Zeit­punkt ein ein­fa­cher Fischer ohne theo­lo­gi­sche Bil­dung. Doch Jesus sieht in ihm mehr als das, was auf den ers­ten Blick erkenn­bar ist. Er sieht einen Mann, der lei­den­schaft­lich und ent­schie­den ist, auch wenn die­se Eigen­schaf­ten zunächst oft zu Feh­lern füh­ren. Die Geschich­te von Petrus ist eine kraft­vol­le Ermu­ti­gung für alle, die mei­nen, nicht gut genug, nicht gebil­det genug oder nicht geeig­net für den Dienst Got­tes zu sein. Gott beruft nicht die, die bereits alles kön­nen; er befä­higt die, die sei­nem Ruf fol­gen. Die­se Wahr­heit durch­zieht die gesam­te Heils­ge­schich­te: Gott wählt Men­schen, die nach mensch­li­chen Maß­stä­ben unschein­bar, unvoll­kom­men oder unqua­li­fi­ziert erschei­nen, und macht sie zu Werk­zeu­gen sei­ner Gna­de. So wird deut­lich, dass die Kraft des Diens­tes nicht aus mensch­li­cher Stär­ke kommt, son­dern aus Got­tes Wir­ken. Wer sich ihm zur Ver­fü­gung stellt, darf erfah­ren, dass er aus Schwa­chen Star­ke macht und aus ein­fa­chen Men­schen Zeu­gen sei­ner Herr­lich­keit.

Die Auf­for­de­rung “Folgt mir nach” ist jedoch nicht nur ein ein­ma­li­ger Ruf, son­dern eine dau­ern­de Ein­la­dung, die jeden Tag neu gilt. Nach­fol­ge ist kein Zustand, den man ein­mal erreicht und dann für immer bewahrt, son­dern ein dyna­mi­scher Pro­zess, der stän­di­ge Ent­schei­dun­gen erfor­dert. Es gibt Zei­ten, in denen die Nach­fol­ge leicht­fällt, weil man die Nähe Got­tes spürt und von sei­ner Gegen­wart getra­gen wird. Es gibt aber auch Zei­ten der Anfech­tung, des Zwei­fels und der inne­ren Lee­re, in denen die Nach­fol­ge zur Her­aus­for­de­rung wird. In sol­chen Momen­ten ist es wich­tig, sich an die ursprüng­li­che Beru­fung zu erin­nern und sich bewusst zu machen, dass Jesus nicht nur in den Höhen, son­dern gera­de auch in den Tie­fen des Lebens bei sei­nen Jün­gern ist. In Mat­thä­us 28,20 spricht der auf­er­stan­de­ne Chris­tus: “Und sie­he, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” Die­se Zusa­ge ist das Fun­da­ment, auf dem Nach­fol­ge auch in schwie­ri­gen Zei­ten mög­lich bleibt.

Ein wei­te­rer Aspekt, der in der Beru­fung zu Men­schen­fi­schern mit­schwingt, ist die Ver­ant­wor­tung, die mit die­ser Auf­ga­be ver­bun­den ist. Wer Men­schen für den Glau­ben gewin­nen möch­te, trägt auch Ver­ant­wor­tung für deren geist­li­ches Wachs­tum. Es genügt nicht, Men­schen zu einer Ent­schei­dung für Jesus zu füh­ren und sie dann sich selbst zu über­las­sen. Die frü­he Kir­che hat die­ses Prin­zip ver­stan­den und prak­ti­ziert, indem sie neue Gläu­bi­ge in die Gemein­schaft inte­grier­te, sie lehr­te und im Glau­ben beglei­te­te. Pau­lus schreibt in 1. Thes­sa­lo­ni­cher 2,8: “So hat­ten wir Her­zens­lust an euch und waren bereit, euch nicht allein das Evan­ge­li­um Got­tes mit­zu­tei­len, son­dern auch unser Leben, weil ihr uns lieb gewor­den wart.” Die­se lie­be­vol­le Hin­ga­be an die Men­schen, die Gott uns anver­traut, ist das Herz­stück christ­li­cher Mis­si­on. Sie bewahrt davor, Men­schen zu Objek­ten der Evan­ge­li­sa­ti­on zu machen, und wür­digt sie als ein­zig­ar­ti­ge Per­sön­lich­kei­ten, die Got­tes Lie­be und Zuwen­dung brau­chen.

Doch genau hier liegt eines der gro­ßen Pro­ble­me vie­ler moder­ner Chris­ten: Man möch­te mit allen ver­füg­ba­ren Mit­teln Men­schen für Jesus gewin­nen: mit Aktio­nen, Events, emo­tio­na­len Appel­len oder mis­sio­na­ri­schen Posts in den sozia­len Medi­en. Doch nach­dem jemand eine Ent­schei­dung getrof­fen hat, bleibt er oft allein zurück. Ver­ant­wor­tung für das geist­li­che Wachs­tum wird kaum über­nom­men, Beglei­tung fin­det sel­ten statt, und ech­te Jün­ger­schaft wird durch schnel­le „Erfol­ge“ ersetzt. Neue Gläu­bi­ge wer­den zu Objek­ten der Evan­ge­li­sa­ti­on, zu Zah­len, die man stolz auf Face­book teilt, um Likes und Herz­chen zu sam­meln. Doch das hat mit ech­ter Mis­si­on nichts zu tun. Mis­si­on bedeu­tet nicht, Ent­schei­dun­gen zu pro­du­zie­ren, son­dern Men­schen zu beglei­ten; nicht, Ergeb­nis­se vor­zu­zei­gen, son­dern Leben zu tei­len. Wer Men­schen zu Jesus führt, über­nimmt Ver­ant­wor­tung – nicht für einen Moment, son­dern für einen Weg. Nur so ent­steht geist­li­che Rei­fe, ech­te Nach­fol­ge und eine Gemein­schaft, die den Namen Chris­ti wirk­lich ehrt.

Die Beru­fung aus Mar­kus 1,17 for­dert jeden Glau­ben­den her­aus, die eige­nen Prio­ri­tä­ten zu über­den­ken. Was ist wirk­lich wich­tig im Leben? Wel­chen Platz nimmt Chris­tus in mei­nem All­tag ein? Bin ich bereit, Opfer zu brin­gen, um ihm nach­zu­fol­gen? Die­se Fra­gen sind unbe­quem, weil sie an die Wur­zeln unse­rer Exis­tenz rüh­ren. Doch sie sind not­wen­dig, wenn Nach­fol­ge mehr sein soll als eine reli­giö­se Fas­sa­de. Jesus selbst macht in Lukas 14,26 deut­lich, wie radi­kal die Nach­fol­ge ist: “Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht sei­nen Vater, Mut­ter, Frau, Kin­der, Brü­der, Schwes­tern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jün­ger sein.” Die­se Wor­te sind hart und sto­ßen auf Wider­spruch, doch sie wei­sen auf eine Wahr­heit hin, die nicht rela­ti­viert wer­den kann. Die Nach­fol­ge Chris­ti muss an ers­ter Stel­le ste­hen, noch vor den engs­ten mensch­li­chen Bin­dun­gen. Das bedeu­tet nicht, dass Fami­li­en­ban­de wert­los wären, son­dern dass die Bezie­hung zu Chris­tus alle ande­ren Bezie­hun­gen in das rech­te Licht rückt und ord­net.

Abschlie­ßend bleibt fest­zu­hal­ten, dass die Beru­fung zu Men­schen­fi­schern nicht nur ein his­to­ri­sches Ereig­nis am See Gene­za­reth ist, son­dern eine blei­ben­de Zusa­ge und Her­aus­for­de­rung für alle, die sich Chris­ten nen­nen. Jesus ruft auch heu­te Men­schen, ihm nach­zu­fol­gen und sich in sei­nen Dienst stel­len zu las­sen. Die­ser Ruf ergeht nicht nur an beson­ders begab­te oder from­me Men­schen, son­dern an jeden, der bereit ist, sein Leben in Got­tes Hand zu legen. Die Auf­ga­be, Men­schen für das Evan­ge­li­um zu gewin­nen, ist in unse­rer Zeit viel­leicht schwie­ri­ger gewor­den, weil der christ­li­che Glau­be in vie­len Gesell­schaf­ten nicht mehr selbst­ver­ständ­lich ist und oft auf Gleich­gül­tig­keit oder Ableh­nung stößt. Doch gera­de des­halb ist ein authen­ti­sches und glaub­wür­di­ges Zeug­nis von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Die Welt braucht Men­schen, die nicht nur über den Glau­ben reden, son­dern ihn leben, die nicht nur For­de­run­gen auf­stel­len, son­dern selbst Lie­be, Geduld und Barm­her­zig­keit prak­ti­zie­ren. In einer Zeit, die von Unsi­cher­heit und Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit geprägt ist, kann die Bot­schaft Jesu zu einer Quel­le der Hoff­nung wer­den, wenn sie von Men­schen ver­kör­pert wird, die wirk­lich aus der Begeg­nung mit Chris­tus leben. Die Beru­fung zu Men­schen­fi­schern ist also nichts ande­res als die Ein­la­dung, Teil die­ser gro­ßen Bewe­gung zu wer­den, die Jesus vor 2000 Jah­ren begon­nen hat und die bis heu­te wei­ter­geht.

bbeck­blog­ger

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Ein Kommentar zu „Folgt mir nach: Die Beru­fung zu Men­schen­fi­schern!“

  1. Avatar von A WordPress Commenter

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